|
|
Die Notwendigkeit der
Gebäudelüftung |
|
| |
Die aktuelle Energieeinsparverordnung fordert einen hohen
Wärmedämmstandard sowie eine winddichte Ausführung des
Gebäudes. Unter energietechnischen Aspekten liegen die
Vorteile in der Einsparung von Energiekosten. Jedoch lässt
die hohe Gebäudedichtheit nicht mehr den notwendigen
Luftaustausch für den Erhalt der Gebäudesubstanz und die
Gesundheit der Hausbewohner, zu.
Der Zweck des Luftaustausches ist die Versorgung des
Gebäudes mit frischer gefilterter Luft sowie die Entsorgung
von Schadstoffen und Feuchtigkeit. Dieser Vorgang kann
manuell durch Fensterlüftung erfolgen. Idealerweise soll
eine Fensterlüftung als Stoßlüften erfolgen. Dazu sollen die
Fenster bis zu acht mal am Tag (incl. Nacht) jeweils bis zu
10 Minuten bei zugedrehten Heizkörpern geöffnet werden. Eine
Dauerlüftung durch schräg gestellte Fenster ist aus
energetischen Aspekten (unkontrolliertes Auskühlen des
Baukörpers) nicht empfehlenswert zumal sie auch Lärmprobleme
verursacht.
Jede vollständige Stoßlüftung soll die gesamte
Raumluftmenge einmal komplett austauschen. Um einen
erforderlichen 0,5-fachen Luftwechsel je Stunde zu
erreichen, sind also theoretische 12 Stoßlüftungen innerhalb
von 24 Stunden vorzunehmen. In der Praxis wird dies jedoch
nicht durchgeführt. Vielmehr wird nur dann gelüftet, wenn
sich die Luftqualität im Wohnraum spürbar verschlechtert, z.
B. durch zu hohen Kohlendioxid-Anteil, Geruchsbelastung,
Stockgeruch usw. Zudem ist es aufgrund von unterschiedlichen
Windverhältnissen schwierig, mit der Stoßlüftung den
richtigen Luftwechsel zu dosieren. Ebenso werden
Feuchtigkeit und Gerüche nicht zuverlässig abtransportiert
sondern möglicherweise nur im Gebäude verteilt.
Im Niedrigenergiehaus beträgt der rechnerische Anteil der
Lüftungsverluste ca. 50% des gesamten Heizenergiebedarfs
(ohne Trinkwassererwärmung), verursacht durch die notwendige
Fensterlüftung. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung entzieht
der verbrauchten Abluft aus Küche, Bad und WC, bevor sie das
Gebäude verlässt, bis zu 95% ihrer Wärme und heizt damit die
angesaugte Frischluft, die den Wohn- und Schlafräumen
zugeführt wird, wieder auf. Im modernen Hausbau gehört eine
kontrollierte Wohnraumlüftung mit hocheffizienter
Wärmerückgewinnung bereits zum Standard. In
Niedrigenergiehäusern kann somit der Energieverbrauch
deutlich gesenkt werden. Für Passivhäuser ist sie
definitionsbedingt erforderlich. In Bestandsgebäuden sollte
im Zuge einer Gebäudesanierung auf den Einsatz einer
kontrollierten Wohnraumlüftung keinesfalls verzichtet
werden, da durch die so entstehende Gebäudedichtheit die
Gefahr von Feuchteschäden an der Bausubstanz besonders hoch
ist. |
|

|
|
Eine kontrollierte
Wohnraumlüftung (KWL) mit Wärmerückgewinnung bietet folgende
Vorteile |
|
| |
|
|
| |
Energieeinsparung

Bevor die verbrauchte Luft das Gebäude verlässt wird ihr die
enthaltene Wärme bis zu 95% entzogen und der ins Gebäude
transportierten Außenluft zugeführt. Ein wesentlicher Teil der
Energiekosten, verursacht durch unkontrolliertes Fensterlüften,
kann so eingespart werden. Der Energieaufwand moderner
Lüftungsgeräte ist vergleichsweise gering (35 bis 130 Watt, je
nach Gerätegröße und Ventilatordrehzahl im Einfamilienwohnhaus).
Gebäudeschutz

In einem 4 Personen Haushalt können täglich bis zu 10 kg
Wasserdampf durch Atmen, Duschen, Kochen, Pflanzen usw. produziert
werden. Diese Feuchtemenge wird aus dem Gebäude geschafft, um
einen Feuchteniederschlag an kritischen Stellen im Gebäude und
somit Schimmel- und Stockfleckbildung zu verhindern. Die Gefahr
einer teuren Baukörpersanierung wird deutlich minimiert.
Gesundheit

Durch das konstante Abführen von verbrauchter kohlendioxidreicher
Luft, Staub, Ausgasungen von Lösungsmitteln und Radon sowie
Wasserdampf in der Raumluft wird für luftseitige Hygiene im
Gebäude gesorgt.
Lebensqualität

Das aufwendige Fensterlüften kann entfallen. Einbruchsrisiken
durch geöffnete Fenster werden minimiert. Im Sommer kann nachts
kühle Luft ins Haus gefördert werden. Geräuschbelästigungen durch
Straßenlärm usw. werden minimiert. Keine Belästigung durch
Insekten.
|
|
|
|
Weitere Fakten über die
kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung |
|
| |
+
|
Mit energiesparenden Gleichstrommotoren ausgestattete
KWL sind äusserst energieeffizient. Die eingebrachte
elektrische Energie wird je nach Betriebsart mit einem
Faktor von über 25 an Wärmeenergie zurückgewonnen!
|
+
|
Die Energiegewinnung einer modernen KWL mit 95%
Wärmerückgewinnung liegt bei einem Wohnhaus mit 140m²
Wohnfläche bei über 3000 kWh/Jahr.
|
+
|
KWL besitzen die Eigenschaft, passive Solargewinne
(Fensterflächen) bzw. Fremdwärmegewinne (Kachelofen
usw.) effektiv auszunutzen.
|
+
|
KWL haben im Sommer rückkühlende Eigenschaften.
Geöffnete Fenster begünstigen das Aufheizen des Gebäudes
an heißen Sommertagen. Eine hocheffiziente KWL kühlt die
angesaugte Aussenluft auf nahezu Haustemperatur herunter
bevor sie ins Gebäude gelangt. |
|
|
Für eine optimale Energieeinsparung durch kontrollierte
Wohnraumlüftung mit WRG müssen folgende Rahmenbedingungen
berücksichtigt werden:
+
|
die Gebäudehülle muss luftdicht ausgeführt sein - ggf.
Nachweis über Blower-Door Test
|
+
|
der Einsatz von energieeffizienter Anlagentechnik z. B.
Lüftungsgeräte mit hoher Wärmerückgewinnung und
energiesparender Motorentechnik
|
+
|
regelmäßige Inspektion der Lüftungsanlage:
Filterreinigung/-wechsel, Funktionsüberprüfung usw.
|
+
|
energiebewusstes Nutzerverhalten - keine offenen Türen
und Fenster bei kalten Außentemperaturen
|
|
| |
Seit Mai 2009 gilt die überarbeitete DIN 1946 Teil 6. Für
Neubauten und Renovierungen ist ein Nachweisverfahren zu
erstellen, welches über die Notwendigkeit von
lufttechnischen Maßnahmen Auskunft gibt. Die Verhinderung
von feuchtebedingten Bauschäden und Schimmelbefall sowie
Schadstoffansammlung in der Raumluft, verursacht durch die
dichte Bauweise, ist das vorrangiges Ziel. Konkretisiert
wird, für welche lufttechnische Maßnahme (kurz LtM) der
Nutzer herangezogen werden kann und für welche nicht.
Wichtige Faktoren bei der Berechnung sind Dämmqualität,
Größe, Art und Lage des Gebäudes. Reicht eine Lüftung durch
Undichtigkeiten der Gebäudehülle nicht aus, sind
Lufttechnische Maßnahmen erforderlich. Solche Maßnahmen sind
Schachtlüftung, Außenwandluftdurchlässe und die ventilatorgestützte
Lüftung von Wohnraumlüftungsanlagen. Bei den ersten beiden
Maßnahmen muss für die nächsten Lüftungsstufen der Nutzer
durch aktives Fensterlüften herangezogen werden.Festgelegt sind vier Lüftungsstufen unterschiedlicher
Intensität:
1. Feuchteschutzlüftung
Sie
dient dem Schutz der Bausubstanz und muss permanent und
nutzerabhängig funktionieren.
2. Reduzierte Lüftung
Mindeststandard bei zeitweiliger Abwesenheit der Nutzer, zur
Abführung der Schadstoffansammlung in der Raumluft.
3. Nennlüftung
Für
die Normalnutzung der Wohnräume. Der Nutzer kann hierfür
durch aktives Fensterlüften ergänzend herangezogen werden.
4. Intensivlüftung
Für
den Abbau von Lastspitzen, wie Kochen oder Waschen. Auch
hierfür kann der Nutzer durch aktives Fensterlüften
ergänzend herangezogen werden.
|
|
|
Erhöhte
Anforderungen an Energieeffizienz, Schallschutz und
Raumluftqualität machen eine ventilatorgestützte
Lüftung in Form einer kontrollierten Wohnraumlüftung mit
Wärmerückgewinnung unumgänglich. |
|
|
Zwei unterschiedliche
Anlagensysteme stehen zur Verfügung |
|
©VisionAIR Lüftungs- und Luftheiztechnik GmbH
Deutschland - 2009
|